Teil 8 : Fund aus dem Hochmittelalter

Teil 8 : Ein Fund aus dem Hochmittelalter

 

Im 10. Jahrhundert stiegen die Liudolfinger auf, erlangten die westliche Kaiserwürde und legten die Grundlage für das römisch-deutsche Reich.

Die Liudolfinger, die nach der Kaiserkrönung auch Ottonen genannt werden, waren ein sächsisches Adelsgeschlecht und eine deutsche Herrscherdynastie. Die Liudolfinger regierten im ostfränkisch-deutschen Reich von 919 bis 1024. Die Bezeichnung Ottonen geht auf die drei liudolfingischen Kaiser zurück: Otto I., Otto II. und Otto III.

Der Aufstieg des Geschlechts fällt mit dem Aufstieg des Ostfränkischen Reiches und dem Entstehen des Heiligen Römischen Reiches zusammen. Durch die Entscheidung des mächtigen Stammesherzogs und Königs Konrad I., den Liudolfinger Heinrich von Sachsen zu seinem Nachfolger zu ernennen, erhielt die zuvor lediglich im Herzogtum Sachsen bedeutende Familie die Königswürde.

Um die Stabilisierung des Reiches zu vollenden, ließ sein Sohn Otto I sich von Papst Johannes XII. im Jahre 962 zum Kaiser krönen. Gleichzeitig erneuerte er das römische Kaisertum von Karl dem Großen, bestätigte die Pippinische Schenkung, und verheiratete seinen Sohn und Thronfolger Otto mit Theophanu, einer byzantinischen Prinzessin. Bereits 973 wurde dieser als Otto II. neuer König und dann auch Kaiser. Er führte die Politik seines Vaters fort und war wie dieser ein erfolgreicher Herrscher. Als Otto II. 983 starb, hinterließ er einen dreijährigen Sohn. Dieser wurde als Otto III. im Jahre 983 zum deutschen König gewählt. Für ihn übernahm seine Mutter bis 991 die Regentschaft. Fünf Jahre später wurde er zum Kaiser gekrönt. Kaiser Otto III. verstarb sehr früh (1002) und hinterließ keinen Erben.

 

Aus dieser Zeit liegt uns ein Fund in Form einer Münze vor, gefunden auf dem Feld vor der Oberbolheimer Kapelle. Es handelt sich um  einen ottischen  Pfennig (Denar).

Eine genaue Zuweisung zu einem der drei Ottonen ist nicht möglich, da die Umschrift auf allen diesen von den Ottonen geprägten Münzen  ODDO IMP AVGS lautet. Daher wird sie in die Jahre 936 - 1002 n. Chr. datiert. Wie die Beschriftung der Rückseite S (ancta) COLONIA A (grippina)  uns mitteilt, ist sie in Köln geprägt worden.

 

 

Tatsächlich ist Pfennig, Pfenning oder Penning eine sehr alte Münzbezeichnung. Woher sich das Wort ableitet, ist nicht geklärt. Vielleicht hat es mit "Pfand" zu tun, oder mit der lateinischen Bezeichnung "pannus" für ein Stück Tuch, das im Altertum als Tauschware begehrt war und so zu einer Art Geldersatz wurde?
Die ersten Pfennige wurden schon unter Kaiser Karl dem Großen im 9. Jh. geprägt, sie sind also etwa 1200 Jahre alt. Damals bestand der Pfennig noch aus Silber. Bald darauf gaben viele Fürsten ihre eigenen Pfennige aus. Die der Erzbischöfe von Köln, der reichen und einflussreichen Handelsstadt am Rhein, waren besonders begehrt, man findet sie in vergrabenen Schätzen sogar im Baltikum und in Schweden. Der Pfennig besaß eine recht hohe Kaufkraft. Für einen Pfennig bekam man 2 Hühner oder 15 große Brote, ein Schwein kostete 6 bis 12 Pfennige, ein Ochse 60 Pfennige.
Für größere Zahlungen brauchte man natürlich auch eine große Menge Pfennige, sie wurden dann nicht gezählt, sondern einfach gewogen.