Frauwüllesheim

Gründung des Ortes

Für die Ursprünge Frauwüllesheims gibt es nur wenige verstreute schriftliche Quellen. Über Details der Gründung des Ortes gibt es nur Vermutungen. Archäologische Funde aus der Vorzeit, den Stein- und Metallzeiten sowie der Römerzeit fehlen. Erst der Ortsname Frauwüllesheim führt etwas weiter.

 

Mittelalter

Für Siedlungen, die in ihren Namen die „heim“-Endung haben, nimmt man an, dass sie von den Franken gegründet wurden, als sie im fünften nachchristlichen Jahrhundert die Römer endgültig aus dem Land verdrängten und hier sesshaft wurden. Die Ortsnamenforschung führt das in Urkunden des 10. bis 13. Jahrhunderts Wulvesheim, Wudesheim, Wolluensheim, Wluensheim geschriebene Wort auf den fränkischen Personennamen Wulf zurück. Im heutigen Frauwüllesheim müsste sich danach ein fränkischer Herr mit diesem Namen angesiedelt haben. Wann dies geschah, sogleich nach der fränkischen Besitzergreifung oder Jahrzehnte später, ist nicht zu ermitteln. Es dürfte aber feststehen, dass das Land um Frauwüllesheim dem merowingischen Herrscherhaus gehörte, also Königsgut war. Plektrudis, die Gemahlin Pippin des Mittleren, der 714 verstarb, hat um 690 in Köln eine Kirche mit Frauenkonvent gegründet, später und bis heute „St. Maria im Kapitol“ genannt. Diese Stiftung hat die Herrscherin mit Gütern ausgestattet, darunter waren auch Schenkungen in Frauwüllesheim, wie eine Inschrift auf ihrem nicht mehr vorhandenen Sarkophag in Maria im Kapitol bekundet haben soll.

Dies könnte eine erste urkundliche Erwähnung für Frauwüllesheim in der Mitte des 8. Jahrhunderts sein, in der der Sarkophag entstanden sein dürfte. Eine weitere steinerne Urkunde, rund vierhundert Jahre später eingemeißelt und ebenfalls nicht mehr vorhanden, gab es aus dem Jahre 1123 als Weiheinschrift am Hauptaltar der Kirche in Frauwüllesheim.

 

Frauwüllesheim und Jakobwüllesheim

Zurückblickend zum Ortsnamen sei noch bemerkt, dass die Unterscheidungen „Jakob“ und „Frau“ zu Wüllesheim sehr viel später von den Kapellenpatrozinien abgeleitet wurden, wobei Frauwüllesheim auf die ursprüngliche Bezeichnung „Unser vrauwen willesheim“, auch „Unser lieben Frauenwüllesheim“, zurückgeht. Dabei standen die Worte „Unsere liebe Frau“ für den Namen Mariä, der Mutter Jesu , wie es heute noch mit „Onze lieve Vrouw“ im niederländischen Sprachgebrauch üblich ist. Die Wahl des Patroziniums aber dürfte von den Ordensfrauen von Maria im Kapitol beeinflusst, wenn nicht bestimmt worden sein.

 

Zweiter Weltkrieg

Kriegsende 1945: Einmarsch amerikanischer Truppen in das Dorf

Am 28. Februar 1945 zogen amerikanische Truppen in das Dorf ein, nachdem sie die Rur überquert hatten. Der Krieg war damit für diese Region beendet.

In der Nähe der Wohnschaft Isweiler, etwa 800 m von Frauwüllesheim entfernt, befindet sich der einzig erhaltene Bunker Isweiler des Typs K. Er gehörte zur Luftverteidigungszone West, wurde 1938/39 erbaut und Anfang der 1970er Jahre durch die Kreisverwaltung Düren als Ausweichsitz für den Katastrophenschutz im Verteidigungsfall ausgebaut. Anfang der 1990er Jahre wurde der Bunker für diesen Zweck nicht mehr benötigt und an die Gemeinde Nörvenich verkauft, die ihn zunächst als Aktenlagerraum benutzte und letztendlich in die Obhut des Heimat- und Geschichtsvereines übergab.

 

Neuzeit

Am 1. Januar 1969 wurde Frauwüllesheim nach Nörvenich eingemeindet.